Pilgerort Bad Wilsnack

Im Mittelalter war Wilsnack ein wichtiger Wallfahrtsort, der Pilger aus ganz Europa anzog. Wilsnack wurde sogar ehrfürchtig als „Santiago des Nordens“ bezeichnet. Mit der Wunderblutkirche als Ziel erhofften sich die Pilger Ablass ihrer Sünden oder Heilung und brachten der Region damit Reichtum. Sie strömten zu den Bluthostien, die im Wunderblutschrein der eindrucksvollen Wunderblutkirche St. Nikolai aufbewahrt wurden.

Nach der Reformation geriet die Wallfahrt ins Vergessen. Neue Erkenntnisse brachten jedoch ans Licht, welche hohe Bedeutung Wilsnack als Wallfahrtsort zukam. Und so wurde das Pilgern in die Prignitz wiederbelebt. Engagierte Fördervereine und Einzelpersonen kümmern sich um die Wege und die Betreuung der Pilger, die heute vor allem Selbstbesinnung mit Naturgenuss verbinden

 

Pilgerweg Berlin – Bad Wilsnack

Der insgesamt 130 Kilometer lange Pilgerweg von Berlin nach Bad Wilsnack verläuft überwiegend auf der Strecke, die schon die mittelalterlichen Pilger auf ihrem Weg nach Wilsnack genommen haben dürften. Auf der Grundlage der Spurenfunde und von altem Kartenmaterial konnte diese historisch wahrscheinliche Pilgerroute rekonstruiert werden. Die heutige Wegeführung der neuen Pilgerroute verläuft überwiegend auf gut passierbaren, naturbelassenen Feld- und Waldwegen und vermeidet verkehrsreiche Landstraßen. Neu entdeckte Wanderwege auf historischen Routen durch die einsame Brandenburger Landschaft machen den größten Teil der Streckenführung aus.
Weitere Informationen dazu unter www.wegenachwilsnack.de

 

Pilgern auf dem Annenpfad

Für Pilgerreisende, denen die Strecke von Berlin nach Bad Wilsnack zu weit erscheint, stellt der 2011 eingeweihte kürzere „Annenpfad“ in der Prignitz eine passende Alternative dar. Hier können Besucher einen Tag besinnlich auf Wald- und Feldwegen in ruhiger, urtümlicher Landschaft pilgern. Die Strecke verbindet als Rundweg auf 22 Kilometern Länge das Kloster Stift zum Heiligengrabe bei Wittstock, die historische Wallfahrtskirche St. Anna in Alt Krüssow sowie die Dorfkirche Bölzke. Seinen Namen erhielt der Pfad in Anlehnung an die mittelalterliche Wallfahrt zur Kirche St. Anna in Alt Krüssow, in der im Mittelalter ein Rock der heiligen Anna verehrt wurde. Die heilige Anna gilt als Marias Mutter und somit als Jesu Großmutter.
Weitere Informationen unter www.annenpfad.de